Ehemaliger Panzerübungsplatz Böblingen - beantragtes Naturschutzgebiet

Durch die militärische Nutzung hat sich auf dem Panzerübungsplatz Böblingen ein Mosaik aus Altholzbeständen, Sukzessionswäldern, Brachen, Rohböden, Magerrasen und Tümpelketten ausgebildet, das für den Arten- und Biotopschutz von landesweiter Bedeutung ist.

 

Bei fast allen untersuchten Artengruppen konnten landes- und bundesweit gefährdete oder stark gefährdete Arten in zum Teil großen Vorkommen nachgewiesen werden, wie z. B. die Kreuzkröte oder der Schlammling.

 

Koordiniert von unserer NABU-Gruppe wurde in Zusammenarbeit mit weiteren Gebietskennern eine Buchdokumentation über dieses in der ganzen Region einmalige Gebiet und seine Gefährdung erstellt.

 

Der Panzerübungsplatz Böblingen ist aufgrund unserer Vorarbeiten und direkter Intervention beim Bundesamt für Naturschutz zwischenzeitlich Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystemes NATURA 2000. Die beantragte Ausweisung eines Naturschutzgebietes wird jedoch bislang von der US-Army abgelehnt.

Nach dem Abzug der Panzer ist die Umsetzung notwendiger Landschaftspflegemaßnahmen dringend erforderlich, um das Aussterben seltener und für das Gebiet typischer Arten zu verhindern. Eine Arbeitsgruppe aus Naturschutzbehörden, Bundesforstverwaltung und Naturschutzverbänden hat unter Beteiligung des NABU ein Pflegekonzept erstellt, das schrittweise umgesetzt wird.

 

Alle zwei Jahre führen die Naturschutzverbände NABU, SAV und BUND eine gemeinsame landkreisübergreifende Landschaftspflegeaktion in Zusammenarbeit mit der Bundesforstverwaltung und den amerikanischen Streitkräften durch. Hierbei handelt es sich um eine europaweit einmalige Zusammenarbeit zwischen der US Army und örtlichen Naturschutzverbänden.